Wenn Sie am rechten Bildschirmrand ein Bild mit einer Denkblase sehen, in der "Ööh... IDN?" steht, ist Ihr Browser IDN-tauglich. Mit einem IDN-tauglichen Browser sind Sie gewappnet, um auf Websites wie www.müller.de oder www.déjà.vu surfen zu können.
Wenn Ihr Browser keine Bilder darstellt, können Sie ihn auf IDN-Tauglichkeit testen, indem Sie versuchen die Seite http://ööh.idn.swznet.de/ aufzurufen.
Für die meisten Deutschsprachler ist dies kein größeres Hindernis und sie behelfen sich mit 'ae', 'oe', 'ue' und 'ss'. Problematisch ist es allerdings in Gebieten, wo das dortige Alphabet sehr stark vom englischen abweicht (man denke z. B. an Asien). Mit IDNs soll diese Barriere durchbrochen werden.
Wenn Sie einen internationalisierten Domainnamen in Ihr IDN-fähiges Programm eingeben, wandelt dieses die Adresse in eine kodierte Form um, den so genannten ACE-String (ACE steht für ASCII Compatible Encoding). Die Umwandlung geschieht durch zwei Verfahren, die Nameprep und Punycode heißen.
Dieser ACE-String wiederum besteht nur aus den 37 Zeichen, die seit jeher in Domainnamen erlaubt sind. So können internationalisierte Domainnamen nach der Umwandlung wie traditionelle Domainnamen behandelt werden. Die Server-Infrastruktur bedarf daher meist keiner Software-Updates, um IDN-tauglich zu sein.
Allerdings werden durch das Nameprep-Verfahren Domainnamen normalisiert, bevor sie zum ACE-String umgewandelt werden. Bei der Normalisierung werden z. B. alle Großbuchstaben zu Kleinbuchstaben umgewandelt. Es macht also weiterhin keinen Unterschied, ob man Groß- oder Kleinbuchstaben bei Domainnamen eingibt.
Einen Sonderfall für Deutschsprachige bildet das 'ß'. Da dieses in Unicode äquivalent zu 'ss' ist, wird es ebenfalls bei der Normalisierung umgewandelt. Die Eingabe von www.straße.de ist also möglich, die Domain ist jedoch gleich www.strasse.de.
Vergabestellen von Domainnamen erlauben gewöhnlich nicht alle Unicode-Zeichen bei der Domainregistrierung. DENIC, Betreiber des .de-Namensraums, erlaubt 92 zusätzliche Zeichen.
www.xn--mller-kva.de für www.müller.de), hilft aber gerade in der Übergangsphase, wo nicht jedes Netzwerkprogramm IDN-tauglich ist.
Den ACE-String können Sie beispielsweise mit diesem Webformular ermitteln:
charmap.exe.Erwähnen sollte man auch, dass das Anklicken von Links oder Nutzung der Zwischenablage per Copy & Paste unter Systemen, die Unicode unterstützen, kein Problem darstellt.
.de